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Forschung mit Hunden

Das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte hat sich zum Ziel gesetzt, Fragen zur Entwicklungsgeschichte vielfältiger biologischer und kultureller Phänomene mit modernsten naturwissenschaftlichen Methoden zu beantworten. Unter anderem soll die Evolution verschiedener kognitiver Prozesse erforscht werden.

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Aus mehreren Gründen ist der Haushund (Canis familiaris) ein äußerst interessantes Beispiel, anhand dessen man verschiedene Fragen der Evolution kognitiver Fähigkeiten erforschen kann. Die Tatsache, dass Hunde mindestens 15.000 Jahre mit Menschen zusammen gelebt haben, könnte dazu geführt haben, dass die Menschen durch Selektion bestimmte kognitive Fähigkeiten des Hundes beeinflusst haben oder es sogar zu einer Koevolution der kognitiven Fähigkeiten von Hund und Mensch gekommen ist. Wir wissen schon aus Studien des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, dass Hunde sensibel dafür sind, ob die Aufmerksamkeit des Menschen auf sie gerichtet ist und dass Hunde kommunikative Hinweise des Menschen gut verstehen. Hier in Jena wollen wir vor allem Themen wie Kooperation, Wahrnehmung und Metakognition bei Hunden erforschen.

Unsere Forschung mit Hunden konzentriert sich auf folgende Themen:

Geruch und Kognition

Hier untersuchen wir, wie Hunde die Welt mit ihrem Geruchssinn wahrnehmen und verstehen. Haben sie zum Beispiel eine Vorstellung von einem Gegenstand oder einer Person, wenn sie deren Geruch wahrnehmen? Die zentrale Frage lautet, wie der ausgezeichnete Geruchssinn von Hunden sich auf ihre kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Bei diesem Projekt werden wir von der Albert-Heim-Stiftung unterstützt.

Geruchsvermoegen
© Petra Jahn


Kommunikation Mensch-Hund

Die Frage ist hier, wie flexibel Hunde die menschliche Kommunikation verstehen oder nutzen können. Um dies zu testen wird zum Beispiel Futter in einem von mehreren Bechern versteckt und der Hund dann (z.B. durch eine Zeigegeste) auf das Versteck hingewiesen. Hunde können kommunikative Hinweise wie menschliche Zeigegesten sehr gut nutzen - besser als zum Beispiel Wölfe oder Schimpansen.

Welpe blaue becher
© Vivien Venzke/Kosmos


Visueller Perspektivwechsel

Die Frage ist, ob Hunde verstehen, was andere sehen oder nicht sehen können. In diesen Studien können Hunde etwas sehen, das der anwesende Mensch nicht sehen kann, z.B. weil der Gegenstand aus dem Blickwinkel des Menschen durch eine Barriere verdeckt ist. Verschaffen sich Hunde durch diese Zusatzinformation einen Vorteil? Es hat sich zum Beispiel gezeigt, dass Hunde verbotenes Futter öfter fressen, wenn sie wissen, dass der Mensch sie dabei nicht sehen kann.

© Vivien Venzke/Kosmos


Soziales Lernen

Hier wird untersucht, ob und wie Hunde von anderen Hunden oder vom Menschen lernen. In diesen Studien dürfen Hunde Artgenossen oder Menschen bei der Lösung eines Problems beobachten, bevor sie selbst vor das gleiche Problem gestellt werden.




© Vivien Venzke/Kosmos


Metakognitive Fähigkeiten

Die Frage ist, ob Hunde auf ihre eigenen Wahrnehmungs- und Wissenszustände Zugriff haben. Hier geht es also nicht darum, was Hunde über andere wissen, sondern darum, was sie über sich selbst wissen. Es stellt sich z.B. die Frage, ob sie sich bewusst sind, was sie in der Vergangenheit gesehen haben.

© Vivien Venzke/Kosmos


Physikalische Kognition

Hier geht es darum, wie Hunde ihre Umwelt wahrnehmen und was sie darüber verstehen. Es wird getestet, ob Hunde bestimmte physikalische Zusammenhänge verstehen, zum Beispiel, dass Gegenstände weiter existieren, auch wenn man sie gerade nicht wahrnehmen kann.



© Vivien Venzke/Kosmos


Kooperation

In den Studien zur Kooperation wird untersucht, wie Hunde untereinander und mit dem Menschen zusammen arbeiten. Koordinieren sie ihre Aktionen, um ein Problem gemeinsam zu lösen? Verstehen sie dabei die Rolle des Partners? Haben sie eine besondere Motivation, dem Menschen zu helfen? Erkennen Hunde das Ziel des Menschen, wenn er Hilfe braucht?

© Vivien Venzke/Kosmos



Die Forschung mit Hunden am Max-Planck-Institut beschränkt sich auf die Beobachtung ihres Verhaltens. Die Studien sind niemals invasiv. Wir lassen die Hunde verschiedene Aufgaben lösen und beobachten, wie sie mit ihrer Umgebung, mit Artgenossen oder mit dem Menschen interagieren. In den Studien setzen wir Leckerlis oder Spielzeug als Belohnung ein.

 

Juliane Bräuer, Hundestudien

 

Weiterführende Literatur
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  • Bücher

  • Kaminski, J., Bräuer, J. (2011). So klug ist Ihr Hund, Kosmos.
  • Kaminski, J., Bräuer, J. (2006). Der kluge Hund: Wie Sie ihn verstehen können, Rowohlt.